Das Sozialverhalten der Pferde



Liebe Leser ,


heute beschäftigen wir uns mit dem Thema Sozialverhalten der Pferde. Dieses ist ein ganz wichtiger Punkt in der Pferdepsychologie. Wenn wir Menschen uns bemühen etwas tiefer in die Psyche der Pferde zu blicken, dann kommen wir nicht darum herum uns mit den Bedürfnissen der Pferde, die sie von Natur als Fluchttier haben, zu beschäftigen. Wenn wir Menschen das durch irgendwelche Gründe vernachläßigen oder im schlimmsten Fall gar nicht beachten, dann kommt es zu massiven Störungen im Gleichgewicht der Psyche des Pferdes. 99 % der psychischen Störungen sind beim Pferd vom Menschen verursacht. Verhaltensstörungen resultieren auf Grund falscher Haltung und falschem Umgang.


Pferde haben eine fest gefügten Sozialverband


Eine Gruppe besteht normalerweise aus bis zu sechs erwachsenen Stuten, deren Nachkommen sowie einem erwachsenem Hengst.


Die Führung eines solchen Familienverbandes obliegt einer Leitstute, während der Hengst für die Verteidigung gegen Angriffe von Außen verantwortlich ist.


Die männlichen Nachkommen werden vom Hengst bei erreichen der Geschlechtsreife mit ca. 2 Jahren aus der Herde vertrieben. Sie halten sich danach in sogenannten Junggessellengruppen auf, die aus bis zu 16 Hengsten ohne eigenem Harem besteht.


Eine eigen Familie kann nur aus bestehenden Verbänden ggf. vertriebenen, oder überzähligen weiblichen Nachkommen gebildet werden. Oder wenn ein Junghengst in der Lage ist, einem anderen Hengst einzelne Stuten abspenstig zu machen bzw. dessen HArem komplett zu übernehmen.


Innerhalb des Familienbandes bzw. der Junggesellengruppe bestehen relativ feste Rangordnungen, die das Zusammenleben vereinfachen.


Eine Reihenfolge, in der zb. eine Tränkestelle / Wälzplatz genutzt werden darf, einmal festgelegt wird und es nicht jedes Mal zu erneut Auseinandersetzungen kommt.


Bei der Festlegung der Rangordnung spielen insbesondere die Erfahrung der einzelnen Tieren die Dauer der Zugehörigkeit zum Verband, das Alter und das individuelle Temperament eine entscheidende Rolle.


Die Tiere bedienen sich zur Klärung der Rangordnung eines fein abgestimmten Repertoires an Droh- und Unterlegenheitsgebärden. Signalisiert ein Pferd in einer solchen Konfrontation seine Unterlegenheit durch eine entsprechende Körperhaltung, verhindert dies und er Regel weitere Aggressionen des überlegenen Tieres, was als soziale Hemmung bezeichnet wird.


Ernsthafte kämpferische Auseinandersetzungen können so weitgehend vermieden werden.


Innerhalb der Gruppe können Freundschaften zwischen einzelnen Individuen bestehen, die sich zb. in gegenseitiger Körperpflege äußern.


Hierbei handelt es sich eist um Tiere, die eine ähnliche Position in der Rangordnung haben. der sozialen Körperpflege kommt eine besonderen Bedeutung zu, da hierfür die sogenannte Individualdistanz der Tiere unterschritten wird. Unter Individualdistanz versteht man den Mindestabstand, den Mitglieder eines Verbandes untereinander einhalten.


Wird diese Distanz von einem anderen Tier unterschritten, stellt dies eine aggressive Handlung dar, auf welche mit Flucht oder Verteidigung reagiert wird.


Zur friedlichen Unterschreitung der Individualdistanz, wie sie während der gegenseitigen Körperpflege stattfindet, muss deutlich signalisiert werden, dass es sich herbei nicht um einen aggressiven Akt handelt.


Meinung von Verhaltensforschern


" Die Einzelhaltung von Pferden steht in krassem Widerspruch zu deren ausgeprägtem Sozialverhalten. Obwohl die heute übliche Gestaltung von Pferdeboxen mit Gitterabtrennungen, teilweise mit Luken in den Frontwänden, ein Mindestmaß an Kontakt mit Boxennachbarn auf optischem Wege zuläßt, kann diese bei reiner Bodenhaftung die komplexen Ansprüche eines Pferdes auf keine Fall befriedigen"


Sanja Panea - Pferdeverhaltenstherapeut ( analytische Pferdepsychologie )


Meine Bücher über die Pferdepsychologie findest Du auf meiner Website


www.horsemanship-sanjapanea.com

info@horsemanship-sanjapanea.com





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