Teil 2 / Sechs Techniken zur "Gewöhnung" an angstauslösende Objekte für das Pferd



Liebe Leser,


im heutigen 2. Teil der Serie " Sechs Techniken zur Gewöhnung angstauslösende Objekte für das Pferd" behandeln wir das Thema : Konditionierung


DIE ELEMENTE DER OPERANTEN KONDITIONIERUNG

In dieser Form der Konditionierung geht es primär um Belohnung und Konsequenz. Jetzt ist es wichtig die Wörter POSITIV und NEGATIV besser zu verstehen. Diese Wörter werden im Pferdetraining nicht wirklich als solche verwendet, wie sie im menschlichen Miteinander verwendet werden. Deshalb gehe ich hier etwas vorsichtiger mit diesen Worten um.


Die operante Konditionierung spielt sich anders als die klassischen Konditionierung im bewussten Denken des Pferdes ab. Durch verschiedene Verhaltensweisen versucht das Pferd herauszufinden, welches Verhalten erfolgsvorsprechend ist und welches nicht, welches seinen Zustand verbessert und welches nicht. Je nachdem wird das Pferd entscheiden ob es das Verhalten nochmals zeigt oder nicht. Die operandi Konditionierung wird auch " Lernen am Erfolg" genannt.


Die operandi Konditionierung ist also ein Prozess, indem die Auftrittswahrscheinlichkeit eines Verhaltens durch Verstärkung erhöht wird.


Positive Verstärkung- oder positive Strafe


Positive Verstärkung und negative Verstärkung bedeutet nicht, das die positive Verstärkung gut ist und die negative schlecht. Es steht in einem anderen Zusammenhang zueinander. Wenn Du beispielsweise die Zügel nur ganz leicht annimmst, zählt das auch zur negativen Verstärkung. Beim Druck aufbauen und Druck wegnehmen entsteht ein Lernprozess. Das Pferd lernt nicht, wenn Druck aufgebaut wird, sondern wenn der Druck weggenommen wird. Das ist ganz wichtig zu verstehen.


Dann gibt es noch positive Bestrafung und negative Bestrafung. Positive Bestrafung wurde in vielen Tierausbildungen angewendet. Auch früher bei Menschen, doch davon ist man dann abgekommen, es wird aber noch bei der Pferdeausbildung eingesetzt. Man kam davon ab, da man festgestellt hat, dass die Tiere nicht mehr so offen waren Neues zu lernen, da sie immer Angst vor der Bestrafung hatten. Die Tiere haben angefangen die Person, welche die Bestrafung ausgeführt hat mit dem Kontext zu verknüpfen. Daher war und ist es kontrapro- duktiv Gewalt egal welcher Art zu benutzen und einzusetzen.


Unter der positiven Bestrafung versteht man beispielsweise einen Schlag oder verstärkten Klaps gegen das Pferd wenn es nach Dir ausschlägt. Oder wenn der Hufschmied beim nicht stillstehen des Pferdes mit der Feile auf den Rücken des Pferdes schlägt.

Ein bestimmtes Verhalten wird vom Pferd nicht mehr angezeigt, weil als Konsequenz etwas unangenehmes folgt. Solche Erfahrungen bleiben Pferden ganz lange im Gedächtnis, darum ist der vermeintliche Lernerfolg auch sehr groß. Das Pferd verspürt jedoch Angst dabei. An dieser Stelle sollte man sich Gedanken darüber machen, ob es zu tolerieren ist, wenn man einen Schüler nur durch Angst zu Leistung treibt.


Das Pferd zeigt ein Verhalten und ein unangenehmer reiz wird vom Menschen zugefügt. Das Pferd wird mit hoher Wahrscheinlichkeit dieses Verhalten in Zukunft vermeiden. Die Beziehung zwischen Mensch und Pferd erlebt dabei aber mit Sicherheit keine besondere Qualität.



Negative Verstärkung


Unter der negativen Bestrafung versteht man beispielsweise, wenn ein Kleinkind sich im Kindergarten mit den andern schlägt, das Elternteil greift ein, und zieht das Kind aus der Gruppe raus. Das Kind will aber genau da und in dieser Gruppe bleiben. Dann bringt ihn die Mutter oder der Vater in eine isolierte Ecke und dort muss es dann bleiben. Das Kind will das ja gar nicht. Es will bei den anderen sein, auch wenn sie sich gegenseitig schlagen. Das nennt man die negative Bestrafung. Die Mutter oder Vater meinte es nur gut, hat aber eine schlechte Entscheidung für das Kind getroffen.


Durch die Isolierung und das "wegziehen" von der Gruppe war das schlecht für das Kind. Ein negativer Verstärker ist eine Konsequenz, die einen unangenehmen Zustand wie zum Beispiel Lärm, Kälte, Hunger, oder Schmerz vermeidet, reduziert oder beseitigt und dazu führt, dass wir unsere Verhalten häufiger zeigen.


Was ist der Unterschied zwischen negativer Verstärkung und negativer Bestrafung?


Was ist ein negativer Verstärker?

Ein negativer Verstärker ist jeder Reiz, der, wenn er nach einer Reaktion entfernt wird, die Reaktion bekräftigt. Bei der negativen Verstärkung folgt also auf das Verhalten ein Ausbleiben eines unangenehmen Ereignisses ( Verstärker)

Was ist negative Bestrafung?

Positive Bestrafung wird auch als Bestrafung TYP 1 bezeichnet. Eine Verhaltensweise führt zu einer unangenehmen Konsequenz. Negative Bestrafung wird auch als Bestrafung TYP 2

bezeichnet. Eine Verhaltensweise führt dazu, dass eine angenehme Konsequenz ausbleibt.




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