Verhaltensstörungen beim Pferd (Stereotypien)




In meinem heutigen Blog sprechen wir über die Verhaltensstörungen bei Pferden. Aus den wissenschaftlichen Studien geht heraus, dass 99 % der Verhaltensstörungen beim Pferd aufgrund unsachgemäßer Haltung / Umgang durch den Menschen entstehen.


Die sogenannten Stereotypien werden in 3 Bereiche aufgeteilt:


- Lokomotorische Stereotypien ( Weben, Boxenlaufen)


- Stereotypien abgeleitet aus dem Komfortverhalten ( Headshaking, Autoaggression)


- orale Stereotypien ( Koppen )


Der Begriff Stereotypie kommt aus dem griechischen "stereos" - das steht für fest, hart, haltbar, räumlich und "typos" steht für - artig.


Der Begriff Stereotypie bezeichnet Verhaltensanomalien in Form von wiederholten Handlungen, die der konkreten Umweltsituation nicht entsprechen, und nicht im Zusammenhang mit ihr stehen und vielhaft zwanghaften Charakter tragen.


Das Unerwünschte Verhalten... ist generell keine Verhaltensstörung ( scheuen, treten), schränkt jedoch die Nutzung ein ( Dauerhaft?)



Verhaltensstörung oder unerwünschtes Verhalten?


DURCHGEHEN ( unerwünschtes Verhalten)


Der Fluchtreflex kann durch viele verschiedene optische oder auch akustische Reize ausgelöst werden. Die Flucht manchmal auch ausgelöst durch Schmerz ( Rücken, Zähne, Beine ect.)


Therapie :

Umfassende Beratung durch den Trainer unter Hinzuziehung verschiedener Fachleute:

Tierarzt Osteopath, Sattler, Zahnarzt uvm.

Abklärung der reiterlichen Fähigkeiten und training mit dem Pferd an angstauslösenden Faktoren.


BUCKELN ( unerwünschtes Verhalten - einmalig - wenig auftretend)

- Verhaltensstörung ist es dann, wenn es IMMER aufritt


Auslöser : unpassender Sattel, körperliche Probleme ( zb. Kissing Seines), oder durch erlerntes Verhalten.


Therapie : Identifikation des Auslöseres, Umkonditionierung.


SCHEUEN


Scheuen stellt die typische Reaktion des Fluchttieres Pferd auf Angst einflößende Reize unterschiedlicher Qualität dar und kann bis zu panikartigem Durchgehen des Pferdes unter dem Reiter gehen.

- normal: wenig eingeschränkt in der Nutzbarkeit

- Phobie : ständiges scheuen vor besitmmten Gegenständen ( Regenschirmen, Plastiktüten, Rindern, Traktoren usw.)


Da die Fluchtmechanismen ein natürliches, der Schadensvermeidung dienendes Verhalten des Pferdes darstellen, ist eine angstbedingte Verhaltensstörung nicht immer leicht feststellen.


URSACHE :

Traumatische Erlebnisse, falsches Verknüpfen, körperliche Ursachen ( Augen )


Therapie :

Vorraussetzung für die erfolgreiche Behandlung von Phobien ist, dass der spezifische Angstauslösende Faktor identifiziert werden kann. Im Rahmen eines systematischen desensibilisierungsprogramms, wird as betroffene Pferd diesem reiz in allmählich steigender Intensität ausgesetzt. Bei akustischen Riesen kann dies zb. über die Veränderung der Lautstärke , bei optischen über den Abstand vom Angstauslösenden Objekt erfolgen.

Vorraussetzung : Es liegt keine körperliche Ursache vor!



AUTOMUTILATION


Unter diesem Begriff verstehe man die Aggression gegen den eigenen Körper, teilweise werden auch Menschen angegriffen die sich in der Nähe dieser Pferde befinden.


Vorkommen : 1,9 % bei Hengsten und 0,7 % bei Wallachen, bei Stuten fast 0 % .


Rassebedingt mehr Araber als andere Pferderassen.


Entstehung des Problems: Pferde bis 2 Jahre, selten ab 4 Jahre


Ursache : schlechte meist isoliert gehaltene Pferde ( Aggression richtete sich mangels Freund gegen sich selbst ), selten ZNS Erkrankung.


Risiko : Hautinfektionen, mangelndne Decktauglichkeit


Therapie:


Umstellung der Fütterung ( mehr Raufutter als Kraftfutter ), vermehrte Bewegung ( Ausdauertraining )


Stallgefährte mit dazu stellen, wenn kein Pferd, dann Kuh oder Ziege